Meine
Erfahrungen beim Verse machen
1.
Jedem, der sich am Schreiben versucht, rate ich dringend,
sein Notizbuch samt Stift immer in Reichweite zu haben.
3.
Die besten Einfälle für neue Verse kommen mir immer dann,
wenn ich mit anderen Dingen beschäftigt bin -
quasi als ein Nebenprodukt dessen,
zu dem mich mein Leben und seine Beschäftigungen zwingen.
Diese Einfälle sind meine "Poetische Idee", ohne die Verse leblos sind!
Also:
lasse Einfälle, und sind sie noch so flüchtig,
nie ungenutzt vorbei ziehen! Schreib sie auf! -
So ungehobelt sie auch sind.
Später stellt sich die Schreibfreude ein und du kannst immer aus dem Vollen schöpfen!
2.
Meistens werden die unbedeutensten Gedanken, auf dem Papier festgehalten,
irgendwann einmal so wichtig, dass mit ein wenig Fleiß und Fantasie
die schönsten Verse daraus zu machen sind.
8.
Übrigens verarbeite ich heute noch in längerer Zeit Gesammeltes aus meinem Notizbuch.
So gesehen vollbringe ich nur handwerkliche Arbeit:
ich bearbeite all das, was ich aufgeschrieben habe!
4.
Freude und geistige Befriedigung wirst du nie erfahren, wenn du auf Ruhe bedacht bist.
5.
Mit einem trägen und auf Ruhe gehaltenem Kopf ist es wie mit einem kalten Kamin:
du kannst dich quälen, wie du willst - Rauch wird keiner aufsteigen!
7.
Anders gesehen:
Du musst nicht warten, bis dir reife Früchte aus dem Kopf fallen,
pflücke sie im Vorbeigehen -
meinetwegen, wenn dir die Zeit zum Nachdenken fehlt: rein ins Notizbuch.
Dann du hast genügend davon, wenn du sie dann brauchst!
Zitate
zum Schreiben:
6.
Mein Geheimnis:
Ich liebe Küchenarbeit, lange Spaziergänge mit meinem Hund
und manchmal sogar ein wenig Schlaflosigkeit,
denn dabei kommen mir die besten Einfälle!
(Nur der kleine Fritz denkt: Jetzt habe ich Zeit, jetzt schreibe ich ein Gedicht!
Bei diesem Gedanken wird es ewig bleiben…)
Wer nur über sich selbst schreibt, hat oft zu wenig Distanz
und formuliert nicht klar genug.
Gerade zum Üben ist es gut, sich Geschichten komplett auszudenken.
(Rainer Moritz, Literaturkritiker)
Schreiben Sie eine Geschichte erst in einfachen Worten auf
so behalten Sie den Aufbau des Textes leichter im Blick.
Erst danach sollten Sie sprachliche Feinheiten einbauen.
(Asta Scheib, Autorin)
Setzen Sie sich ins Café und schreiben Sie detailliert auf,
was Sie sehen und was um Sie herum geschieht. Sie werden staunen,
wie genau Sie plötzlich beobachten!
(Ursula Hellenkemper, Redakteurin)
Schreiben Sie möglichst viel: Tagebuch und lange Briefe
(z.B.) aus dem Urlaub - ein guter Stil hat vor allem mit Übung zu tun.
(Jürgen Sinn, Chefredakteur)
Stellen Sie sich beim Schreiben immer einen konkreten Leser vor:
Das hilft, die eigenen Gedanken präzise zu formulieren.
(Ute Nöth, Books on demand)
Wer schreiben will, muss viel gelesen haben. Vorher.
Während des Schreibens führt es zur Nachahmung.
(Wolfgang Herles, Leiter "aspekte")
o.g. Zitate sind der Zeitschrift " L e n z " Nr. 8/2005, S.89 entnommen